Baukosten

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Baukosten für barrierefreie Baumaßnahmen

Die Durchführbarkeit einer Baumaßnahme hängt vor allem von seiner Finanzierbarkeit und damit von den Kosten für das Bauvorhaben ab. Wer sich schon einmal selbst an ein kleineres oder größeres Bauprojekt gewagt hat, der weiß, die Kosten richtig zu kalkulieren und in der späteren Bauphase einzuhalten, gelingt selten. Das liegt vor allem daran, dass Bauen ein dynamischer Prozess ist. Unvorhersehbare Maßnahmen, Planungsänderungen im Zuge der Umsetzung oder Ärger mit den ausführenden Unternehmen können die Kosten in die Höhe treiben. Wird die Maßnahme über einen Bankkredit bezahlt, muss im schlimmsten Fall teuer nachfinanziert werden.

Baukosten © magele picture, fotolia.com
Baukosten © magele picture, fotolia.com

Eine vergleichsweise hohe Kostensicherheit lässt sich allerdings mit einem durchdachten Vorgehen erreichen. Hierzu gehören eine sorgfältige Planung, die Einplanung eines finanziellen Puffers für unerwartete Ausgaben und das Treffen aller wichtigen Entscheidungen noch vor Baubeginn. Budgetrisiken lassen sich zudem durch eine detaillierte Kalkulation der Baukosten vor der Durchführung der Baumaßnahme minimieren. Sowohl die Kostenschätzung als auch die Kostenkontrolle während der Bauphase übernimmt bei großen Bauvorhaben ein Architekt oder Bauträger. Als Bauherr sollte man trotzdem grundsätzlich über Baukosten Bescheid wissen.

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Wie setzen sich die Baukosten zusammen?

Die Zusammensetzung der Baukosten unterscheidet sich je nach Umfang und Art der Baumaßnahme. Wer ein barrierefreies Eigenheim neu errichten will, der muss bei der Kostenplanung zahlreiche Aspekte berücksichtigen. Die Kosten für den Erwerb des Grundstücks und deren Herrichtung sowie der Anschluss an das öffentliche Versorgungsnetz können wichtige Kostenfaktoren sein. Hinzu kommen die Grunderwerbssteuer und Notargebühren für die Eintragung ins Grundbuch sowie eine eventuelle Maklerprovision. Auch andere Baunebenkosten wie Genehmigungsgebühren, Honorare für Architekten und Fachplaner und Beiträge zur Bauversicherung gehören zu einer vollständigen Baukostenkalkulation dazu.

Zusammensetzung Baukosten © Eisenhans, fotolia.com
Zusammensetzung Baukosten © Eisenhans, fotolia.com

Beim Umbau eines bestehenden Hauses, das sich bereits im Besitz des Bauherrn befindet, scheint die Berechnung auf den ersten Blick einfacher, da die Bausubstanz bereits vorhanden ist. Aber auch in diesem Fall gibt es einiges zu berücksichtigen. Zwar entfallen die Kosten für den Erwerb und dessen Nebenkosten. Hier können jedoch ebenfalls Baugenehmigungen sowie das Hinzuziehen von Fachplanern notwendig sein. Weiterhin muss noch vor Beginn der Umbauarbeiten geprüft werden, ob vor Umsetzung der Planung bestehende Bauschäden beseitigt werden müssen.

Eine Bestandsanalyse ist bei einer Modernisierungsmaßnahme der erste Schritt und für eine sorgfältige Baukostenermittlung unverzichtbar. Für diese Leistungen ist ein Baugutachter oder ein Architekt der richtige Ansprechpartner. Ob Neubau oder Umbau, eine Kostenplanung muss immer auf das individuelle Vorhaben abgestimmt sein. Folgende Auflistung in Anlehnung an die DIN 276, die Norm über die Kostenplanung im Hochbau, eignet sich zur Gliederung der Baukosten und deren detaillierter Ermittlung.

Mögliche Gliederung der Baukosten:

  • Grundstück: z. B. Grundstückserwerb und Nebenkosten für Notar und Makler
  • Herrichten und Erschließen: z. B. Abbruch- und Sicherungsmaßnahmen auf dem Grundstück vor Beginn des Hausbaus
  • Bauwerk – Baukonstruktion: z. B. Kosten zur Errichtung aller Hausbauteile
  • Bauwerk – technische Anlagen: z. B. Heizungsanlage, Sanitär- und Elektroinstallationen
  • Außenanlagen: z. B. Zäune, Pflasterflächen, Bepflanzungen auf dem Grundstück
  • Ausstattung und Kunstwerk (meist nur bei öffentlichen Bauten relevant)
  • Baunebenkosten: z. B. Planerhonorare, Finanzierungskosten, Kosten für Gutachten
Wichtig: Im Internet existieren zahlreiche Websites, auf denen Baukosten überschlägig ermittelt werden können. Diese Online-Rechner sind immer mit einer gewissen Vorsicht zu genießen, da Baukosten von regionalen Faktoren und der allgemeinen Wirtschaftslage zum jeweiligen Zeitpunkt abhängen. Zudem sollten die Kostenkennwerte immer auf ihre Aktualität hin geprüft werden. Sicherheit gewinnt man durch das Einholen von Angeboten verschiedener Handwerksunternehmen.

Kostenkontrolle – Baukosten im Blick behalten

Neben einer Kostenschätzung vor Beginn der Baumaßnahme schafft es eine hohe Kostensicherheit, wenn man die Kosten während der Durchführung im Auge behält. In der Praxis hat es sich bewährt, die Kosten für die Baukonstruktion und die technischen Anlagen spätestens bei Beginn der Baunahme nicht nach den einzelnen Bauteilen einzuteilen, sondern den einzelnen Handwerksunternehmen zuzuordnen bzw. in Gewerke zu unterteilen.

Flexible Trockenbauweise © Khorixas, fotolia.com
Baukosten: Laufende Kosten im Auge behalten © Khorixas, fotolia.com

Hat man beispielsweise eine bestimmte Summe für die Trockenbauarbeiten kalkuliert, kann man durch diese Gliederungsform in der Angebotsphase die kalkulierten Kosten mit den eingeholten Angeboten vergleichen. Zudem ist es möglich, über die gesamte Bauphase die tatsächlichen Baukosten mit den kalkulierten Preisen immer wieder abzugleichen. Übersteigen die Kosten voraussichtlich das geplante Budget für ein bestimmtes Gewerk, können diese durch die Reduzierung anderer Handwerkerleistung aufgefangen werden.

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