Demografischer Wandel

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Barrierefreies Bauen und der demografische Wandel

Um ein Land zukunftssicher und krisenfest zu gestalten, ist es notwendig, sich mit der Entwicklung der Bevölkerung in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu beschäftigen. Hier spielt die Demografie als Wissenschaft, die sich statistisch und theoretisch mit den Themen Geburtenrate, Lebenserwartung und Wanderungssaldo auseinandersetzt, eine wichtige Rolle.

In Deutschland stellen die Erkenntnisse über die zukünftige Veränderung der Altersstruktur der deutschen Bevölkerung die Gesellschaft vor besondere Herausforderungen. Einem stetigen Rückgang der Geburtenrate in den letzten dreißig Jahren steht eine höhere Lebenserwartung, bedingt durch den hohen Lebensstandard und den medizinischen Fortschritt, gegenüber.

Demografischer Wandel © Gerhard Seybert, fotolia.com
Demografischer Wandel © Gerhard Seybert, fotolia.com

Die Folge: Deutschland wird älter, da der Anteil der älteren Menschen gegenüber den jüngeren steigt. Auch Wohnformen und bauliche Strukturen im Allgemeinen müssen diesen Veränderungen Rechnung tragen.

Bevölkerungsentwicklung bis 2060 © LBS
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Konsequenzen einer alternden Gesellschaft

Der demografische Wandel hat Auswirkung auf alle Lebensbereiche und alle Bevölkerungsschichten. Sowohl Familien als kleinste soziale Einheit als auch die gesamte Gesellschaft sind davon betroffen. Schon jetzt sind Folgen in vielen Lebensbereichen spürbar. Der Fachkräftemangel auf dem Arbeitsmarkt aufgrund des fehlenden Nachwuchses und die gravierende Kostensteigerung im Pflegesektor sind nur zwei der Anzeichen dafür, dass der Wandel bereits begonnen hat.

Die Konsequenzen des demografischen Wandels könnten nach Meinung der Fachleute folgendermaßen aussehen:

  • 1. Folgen für die Rentenversorgung und das Gesundheitssystem
    Das Rentensystem in Deutschland ist so angelegt, dass die Renten für Menschen im Ruhestand durch die Beitragszahlungen der arbeitenden Bevölkerung finanziert werden. Ob dieser sogenannte Generationenvertrag auch in Zukunft noch funktioniert, ist fraglich. Stehen wenige junge Menschen und damit wenige Arbeitstätige einer großen Anzahl an Rentnern gegenüber, gerät dieses System ins Ungleichgewicht.

    Geringere Rentenzahlungen und eine Erhöhung der Beiträge müssen dann diese Schieflage ausgleichen. Eine ähnliche Problematik wie für die Rentenversicherung stellt der demografische Wandel für die Pflegeversicherung dar. Die Zahl der Pflegebedürftigen wird durch das Wachstum der älteren Bevölkerungsgruppe deutlich ansteigen. Demgegenüber stehen bedingt durch den Bevölkerungsrückgang insgesamt weniger Pflegekräfte und eine Unterversorgung mit Hausärzten auf dem Land sowie weniger Erwerbstätige, die in das Gesundheitssystem einzahlen.

  • 2. Folgen für den Immobilienmarkt
    In welcher Form sich der demografische Wandel auf den Wert einer Immobilie auswirkt, ist vor allem von deren Lage abhängig. Schon heute zeichnet sich ab, dass die Ballungsräume und Großstädte gewinnen werden, während der ländliche Raum ausblutet. Entsprechend ist das Eigenheim auf der Grünen Wiese nicht mehr in jedem Fall eine gute Altersvorsorge, da die Immobilienpreise in den weniger besiedelten Gegenden sinken werden.

    Zudem müsste die öffentliche Daseinsvorsorge, also die Verfügbarkeit von Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten und medizinischen Versorgungseinrichtungen, diesen Veränderungen angepasst werden, was sicherlich nicht flächendeckend finanzierbar ist. Mit der steigenden Anzahl an Senioren ergeben sich aber auch neue Zielgruppen für den Immobilienmarkt. Hier gilt es, Wohnraum zu schaffen, der diesen Ansprüchen gerecht wird.

  • 3. Folgen für Wirtschaft und Arbeitsmarkt
    Grundsätzlich wirkt sich eine schrumpfende Bevölkerung negativ für das Wirtschaftswachstum aus. Der gesamte Arbeitsmarkt muss sich auf das Fehlen von qualifiziertem Nachwuchs einstellen und darauf reagieren. Entsprechend sollten ältere Mitarbeiter den jeweiligen Arbeitgebern so lange wie möglich erhalten bleiben.

    Nicht nur die Arbeitskraft des ausscheidenden Mitarbeiters geht den Unternehmen mit dessen Renteneintritt verloren, sondern auch dessen Know-how. Durch attraktive Arbeitsangebote, flexible Arbeitsmodelle oder die Anhebung des Renteneintrittsalters kann diesem Problem unter Umständen entgegengewirkt werden.

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