Barrierefreiheit: Vorteile

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Barrierefreiheit: Ein Gewinn für alle

Eine barrierefreie Gestaltung bietet sowohl soziale als auch wirtschaftliche Vorteile für alle Teile der Bevölkerung. Voraussetzung ist, dass die Umsetzung nicht nur mit Ausrichtung auf eine Nutzergruppe erfolgt. Dabei ist eines klar: Der Bedarf an barrierefreiem Wohnraum wird durch den demografischen Wandel und die Zielsetzung der Politik einer gleichberechtigten Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben in Zukunft weiter steigen.

Barrierefreiheit: Ein Gewinn für Alle  © Claudia Otte, fotolia.com
Barrierefreiheit: Ein Gewinn für Alle © Claudia Otte, fotolia.com

Wer Häuser besitzt und vermietet oder errichtet und verkauft für den sind barrierefrei gestaltete Immobilien ein sicherer Zukunftsmarkt. Private Bauherren profitieren vor allem von der dauerhaften Nutzbarkeit des eigenen Wohnraums unabhängig vom Alter, körperlicher Verfassung oder Lebenssituation. Auch für Personengruppen ohne geistige und körperliche Einschränkungen sind die Vorzüge einer barrierefreien Bauweise in allen Lebensphasen spürbar.


Folgende Vorteile bietet ein barrierefrei gestalteter Wohnraum für alle Nutzer:

  • Komfort, da durch die notwendigen Bewegungsflächen und die damit einhergehende großzügigen Räume ein hohes Platzangebot entsteht
  • Sicherheit, da schwellenlose Übergänge und eine dem menschlichen Körper angepasste Ergonomie Unfälle und Stürze verhindern können und den Alltag erleichtern
  • Unabhängigkeit, da der Alltag im hohen Lebensalter aber auch bei einer kurzfristig eingeschränkten Beweglichkeit ohne fremde Hilfe bewältigt werden kann
Barrierefreier Hauszugang © Robert Kneschke, fotolia.com
Barrierefreier Hauszugang: Mobilität steigert Selbständigkeit © Robert Kneschke, fotolia.com
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Wirtschaftliche Vorteile einer barrierefrei gestalteten Umwelt

1. Vorteile für den Einzelnen:

Für den Einzelnen gilt: Wer seine selbst genutzte Immobilie barrierefrei gestaltet, der baut zukunftssicher. Denn dies garantiert, dass die Nutzung langfristig und auch noch im hohen Lebensalter möglich ist. Der Mehraufwand bei der Planung und die Mehrkosten beim Bauen werden durch hierdurch wieder aufgehoben. Egal, ob eine körperliche oder geistige Einschränkung vorliegt, durch eine Krankheit oder einen Unfall erworben wird oder erst im Alter eintritt, das Maß an Selbstständigkeit, das der Betroffenen durch ein barrierefreies Umfeld behält, bedeutet immer, dass er auf weniger Unterstützung angewiesen ist.

Aus finanzieller Sicht wiederum verringern sich hierdurch die Kosten für die eventuell notwendige Pflege, die längst nicht in jedem Fall und in ausreichendem Maß von den Pflege- und Krankenversicherungen gedeckt werden. Ein barrierefreies Zuhause ist für den Einzelnen daher eine finanzielle Absicherung und daher einer sinnvolle Investition in die eigene Zukunft.

Tipp: Private Bauherren, die ihr Zuhause barrierefrei gestalten oder umbauen wollen, können von staatlichen Zuschüssen profitieren, zum Beispiel über die Förderprogramme der KfW-Bank.

2. Vorteile für Vermieter und Investoren:

Neben dem Nutzer profitieren auch Anbieter barrierefreier Immobilien, also Vermieter und Immobilieninvestoren von deren Vorzügen. Zum einen spricht der Wohnkomfort, den ein barrierefreies Zuhause bietet, eine große Nutzerschicht an, zum anderen sichern die flexiblen Nutzungsmöglichkeiten entweder als konventioneller oder als barrierefreier Wohnraum die langfristige Vermietbarkeit des Objekts. Auch, wenn Gebäude und bauliche Anlagen so geplant sind, dass sie später mit wenigen Eingriffen barrierefrei umgebaut werden können, hat dies gegenüber dem konventionellen Wohnungsbau viele Vorteile, da so hohe Folgekosten und lange Bauzeiten beim Umbau vermieden werden. Zudem bietet der Staat attraktive Fördermöglichkeiten für den Umbau in Form von Zuschüssen oder zinsverbilligten Krediten.

3. Vorteile für die Gesellschaft:

Schließlich hat die barrierefreie Bauweise auch Vorteile für die gesamte Gesellschaft und damit auch für die wirtschaftliche Entwicklung und den Wohlstand in Deutschland. Die Zielsetzung dieser Bauweise, niemanden von der Teilhabe an der Gesellschaft auszuschließen, meint auch den uneingeschränkten Zugang für die Betroffenen zu Aktivitäten in der Arbeitswelt. So können auch körperlich einschränkte Menschen einen Beitrag leisten, anstatt nur auf finanzielle Unterstützung und Pflege angewiesen zu sein. Auch das Gesundheitssystem wird weniger belastet, je höher der Grad an Selbstständigkeit ist. Zudem zeichnet sich eine barrierefreie gestaltete Umwelt als familienfreundlich aus, was jedem Wohnumfeld zugutekommt. Anzustreben ist ein Generationsmix im Wohnumfeld, bei dem älter Menschen, Personen mit körperlichen Einschränkungen und Familien Tür an Tür leben und sich gegenseitig in ihrem Alltag unterstützen.

Barrierefreiheit: Wohnkomfort in jeder Lebensphase

In ihren Anfängen richtete sich die barrierefreie Bauweise vor allem an Menschen, die aufgrund ihres hohen Alters oder einer Behinderung unterschiedliche Einschränkungen aufwiesen. Heute wird mit ihr mehr und mehr das Ziel verfolgt, den Alltag für alle Nutzergruppen zu erleichtern. Vorteile bietet eine Gestaltung der Umwelt ohne Barrieren auch für Familien mit Kindern. Größere Bewegungsflächen in Innen- und Außenräumen, schwellenlose Übergänge und eine flexible Einrichtung erhöhen den Komfort für Eltern mit Kleinkindern, da diese so freier spielen können und weniger Aufsicht benötigen. Folgende Beispiele zeigen, wie alle Menschen von einer generationenübergreifenden, barrierefreien Bauweise profitieren und sich der Wohnkomfort für jeden Einzelnen erhöht:

1. Barrierefreie Eingangsbereiche erleichtern die Zugänglichkeit

Barrierefreier Zugang ohne Stufen © Riopatuca images, fotolia.com
Barrierefreier Zugang ohne Stufen © Riopatuca images, fotolia.com

Wichtigstes Element eines barrierefreien Eingangsbereichs ist die stufenlose Erreichbarkeit. Hierzu wird der Zugang ebenerdig ausgebildet oder der Höhenunterschied mittels einer Rampe überwunden. Sowohl Rollstuhlfahrern als auch Personen mit einem Kinderwagen oder Gepäck erleichtert diese Bauweise die Zugänglichkeit des Gebäudes. Ist der Eingangsbereich zusätzlich gut ausgeleuchtet, können sich Sehbehinderte besser orientieren, gleichzeitig gewährleistet dies bei entsprechender Ausstattung mit Bewegungsmeldern einen erhöhten Einbruchschutz.

2. Schwellenlose Übergänge erhöhen die Sicherheit

Schwelle kind- und behindertengerecht © ALUMAT-Frey GmbH
Schwelle kind- und behindertengerecht © ALUMAT-Frey GmbH

Türschwellen zwischen dem Innen- und Außenbereich sind für Menschen, die auf den Rollstuhl oder Gehhilfen angewiesen sind, schwer überwindbar. Aber auch für spielende Kinder oder Personen, die beispielsweise ein Tablett tragen, werden Terrassentürschwellen schnell zur Stolperfalle. Abhilfe schaffen spezielle Außentürkonstruktionen. Trittfeste Entwässerungsrinnen vor der Tür und spezielle Magnet-Türdichtungen sorgen dafür, dass diese Elemente, das Regenwasser draußen halten. Auch optisch bietet die schwellenlose Bauweise Vorteile, da innen und außen bei geöffneter Tür zu einem Raum verschmelzen.

3. Barrierefreie Bäder bieten Platz und Komfort

Barrierefreies Badezimmer © Villeroy & Boch
Barrierefreies Badezimmer © Villeroy & Boch

Ein barrierefreies Bad bietet Sicherheit und Komfort in jeder Lebensphase. Die wichtigsten Elemente sind eine bodengleiche Dusche, ein unterfahrbarer Waschtisch und ein Toilettenbereich, der auch von einem Rollstuhlfahrer genutzt werden kann. Zahlreiche Hersteller von Sanitärobjekten und Badarmaturen haben den Trend zum barrierefreien Bad erkannt und bieten eine große Anzahl an Produkte, die sich durch intelligente Funktionen und eine komfortable Bedienung auszeichnen. Auf innovative Materialien und modernes Design muss man daher auch in einem barrierefreien Bad nicht mehr verzichten. Gerade Duschbereiche mit einem ebenerdigen Einstieg sind aus einem zeitgemäßen Bad nicht mehr wegzudenken.

4. Barrierefreie Möbel und Ausstattungen erleichtern den Alltag

Möblierung als Barriere © Nagels Blickwinkel, fotolia.com
Möbel können Bewegungsflächen einschränken © Nagels Blickwinkel, fotolia.com

Barrierefreie Möbel und Ausstattungselemente im eigenen Zuhause ermöglichen eine leichte Bedienung und eine Nutzung durch alle Bewohner. In Küchen und Arbeitszimmern bieten höhenverstellbare Arbeitsflächen und Schubladen statt Schranktüren ein Arbeitsumfeld, das durch jeden komfortabel nutzbar ist. Auch Bedienelemente wie Schalter, Tür- und Fenstergriffe sollten so angebracht werden, dass sie von jedem erreicht werden können. Zu bevorzugen sind breite Türöffnungen, die mit Schiebetürelementen ausgestattet sind, da diese leicht zu bedienen sind und keinen Platz wegnehmen. Ergänzt man das durch die Vorzüge einer intelligenten Gebäudetechnik in Anlehnung an das sogenannte Smart Home, lassen sich viele Vorgänge im Haus automatisch steuern, was wiederum den Komfort erhöht.

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