Alten- und Pflegeheime

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In Deutschland existiert eine Vielzahl von Wohneinrichtungen, in denen Senioren und Menschen mit Behinderungen dauerhaft oder für einen bestimmten Zeitraum zur Pflege untergebracht sind. Als Oberbegriff für alle Einrichtungen dieser Art dient die Bezeichnung Pflegeheim. Die Heime unterscheiden sich zum einen darin, ob sie sich an pflegebedürftige Bewohner im Allgemeinen richten oder nur an eine bestimmte Gruppe wie die der Senioren. Zum anderen bieten Pflegeheime verschiedene Zeitmodelle in der Pflege.

Pflege im Alter © Sir_Oliver, fotolia.com
Pflege im Alter © Sir_Oliver, fotolia.com

Diese werden unterteilt in:

  • das vollstationäre Pflegemodell, bei dem der Betroffene dauerhaft in einem Pflegeheim wie einem Altenheim oder Altenpflegeheim untergebracht ist und rund um die Uhr von professionellem Pflegepersonal betreut wird
  • das teilstationäre Pflegemodell, bei dem der Betroffene nur den Tag oder die Nacht in einer Pflegeeinrichtung verbringt. Pflegende Angehörige, die berufstätig sind oder mit einer 24-Stunden-Pflege überfordert sind, bietet diese Pflegeform Vorteile
  • das Modell der Kurzzeitpflege, bei dem die Pflege nur temporär in einem zeitlich begrenzten Rahmen erfolgt. Das dauerhaft zuständige Pflegepersonal und Angehörige können sich so von der Pflege eine kurze Auszeit nehmen, beispielsweise einen Urlaub machen, und ihr Leben so flexibler gestalten
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Formen von Altenheimen

Werden in Pflegeeinrichtungen ausschließlich ältere pflegebedürftige Menschen untergebracht, bezeichnet man diese als Altenheime. Begriffe, die sich ebenfalls etabliert haben, sind die Bezeichnungen Seniorenheim oder Seniorenresidenz. Vor allem der Begriff Seniorenresidenz ist dabei kein Fachausdruck. Stattdessen wird er von Altenheimbetreibern oft aus werbetechnischen Gründen verwendet, um der jeweiligen Einrichtung einen sprachlichen Glanz zu verleihen. Als Pflegeheim für betagte Menschen existieren neben dem Altenheim noch das Altenwohnheim und das Altenpflegeheim. Alle drei Heimformen werden oft unter einem Dach untergebracht, um alle Stufen der stationären bzw. teilstationären Altenpflege bereitzustellen.

Seniorenheim © petair, fotolia.com
Altenheimen bieten unterschiedliche Pflegemodelle © petair, fotolia.com

Heime zur Altenpflege unterscheiden sich wie folgt:

1. Das Altenwohnheim

In Altenwohnheimen steht das Wohnen im Vordergrund. Der Bewohner verfügt über eine eigene abgeschlossene Wohneinheit mit Bad und Küche. Diese Wohneinheit befindet sich in einem Wohnkomplex mit weiteren Altenwohnungen. Hierdurch ist diese Wohnform mit dem Wohnen in einer betreuten Wohnanlage vergleichbar, da Altenwohnheime dem Bewohner die Möglichkeit einer selbstständigen Lebensführung bieten, dieser aber die Sicherheit hat, auf ein umfassendes Pflegeangebot zurückgreifen zu können.

2. Das Altenheim

Altenheime nehmen alte Menschen auf, die zwar nicht mehr zu einer komplett selbstständigen Lebensführung imstande sind, allerdings einen geringen Pflegebedarf haben. Sie stellen also das Bindeglied zwischen Altenwohnheimen und Altenpflegeheimen dar. Meist erfolgt die Unterbringung in Einzelzimmern, die auch mit eigenen Möbeln ausgestattet werden können und ein eigenes Bad besitzen. Pflegepersonal, das beispielsweise bei akuten Krankheiten die Pflege übernimmt, ist zwar vorhanden eine dauerhafte, tägliche Pflege ist in Altenheimen allerdings nicht vorgesehen. Meist gehört die durchgehende Verpflegung mit Essen und Trinken zum Service. Durch die Zunahme von ambulanten Pflegekonzepten sind Altenheime in der hier beschriebenen Form seltener geworden. Stattdessen erfolgt die Unterbringung entweder im Altenwohnheim, in Wohnanlagen mit Betreuungsangebot oder im Altenpflegeheim.

Pflege im Altenheim © Kzenon, fotolia.com
Pflege im Altenheim © Kzenon, fotolia.com

3. Das Altenpflegeheim

In Altenpflegeheimen werden pflegebedürftige Menschen umfassend versorgt, betreut und gepflegt. Diese Einrichtungen dienen der vollstationären Dauerpflege. Auch das Sterben findet in vielen Fällen in diesen Heimen statt. Meist ist der gesundheitliche Zustand der Bewohner beim Einzug schon entsprechend schlecht. Die Unterbringung erfolgt je nach Einrichtung in Einzel-, Doppel- oder Mehrbettzimmern. Eine Ausstattung der Zimmer mit speziellem Pflegemobiliar verringert die Möglichkeiten der individuellen Gestaltung der Räumlichkeiten für den Bewohner.

Kosten der Pflege in einem Pflegeheim

Bewohner eines Pflegeheimes zahlen monatlich ein Heimentgelt, das im Heimvertrag festgeschrieben ist. Die Kosten für die Bewohner unterscheiden sich je nach dem Betreuungsangebot, der Ausstattung und der Lage des Heimes. Neben den eigentlichen Pflegekosten fallen unter anderem auch Entgelte für die Unterbringung und Verpflegung, die sogenannten Hotelkosten, im Heim an. Während die Kosten für die Pflege, im Falle das eine Pflegestufe vorliegt, anteilig oder ganz von der Pflegeversicherung übernommen werden, müssen die restlichen Heimentgelte selbst getragen werden. Kann der Betroffene das Geld hierzu nicht aufbringen, müssen der Ehepartner, die Kinder oder das Sozialamt diese übernehmen.

Seniorenwohnanlage Kosten © Florian Hiltmair, fotolia.com
Kosten der Pflege in einem Altenheim © Florian Hiltmair, fotolia.com

Im Einzelnen setzt sich das Heimentgelt wie folgt zusammen:

  • 1. Unterbringungs- und Verpflegungskosten: Ähnlich wie bei einer Mietwohnung zahlt der Bewohner für die Nutzung seiner Räumlichkeiten oder des jeweiligen Zimmers ein entsprechendes Entgelt. Auch die Kostenanteile für die tägliche Verpflegung mit Essen und Trinken sind in den Hotelkosten enthalten.
  • 2. Investitionskosten: Diese betreffen die Instandhaltungs-, Herstellungs- und Anschaffungskosten, die im Zusammenhang mit dem gesamten Gebäude und dessen technischen Anlagen entstehen. Der Betrag wird anteilig auf die Bewohner umgelegt.
  • 3. Pflegekosten: Diese Kosten werden in Pflegeheimen als Pflegesatz bezeichnet. Sie sind das zu entrichtende Entgelt für die Pflegeleistungen sowie für die soziale Betreuung. Die Höhe richtet sich nach der Art und Schwere der Pflegebedürftigkeit des Bewohners.

Qualität von Pflegeheimen richtig einschätzen

Je nach Leitung, Personal, Pflegekonzept und Ausstattung können sich Pflegeheime in ihrer Qualität gravierend voneinander unterscheiden. Zwar werden von unterschiedlichen Stellen verschiedene Qualitätssiegel vergeben, diese haben allerdings ungleiche Schwerpunkte bei der Beurteilung bzw. lassen teilweise für den Verbraucher wichtige Aspekte außer Acht. Ein Pflegeheim sorgfältig auszuwählen ist umso wichtiger, weil die Menschen, die dort untergebracht sind, in einem besonderen Abhängigkeitsverhältnis zum Pflegepersonal stehen, da sie dauerhaft auf deren Unterstützung angewiesen sind. Sich in dieser Situation gegen Missstände zu wehren, ist für die Betroffenen daher schwierig. Anderseits stellt das Heim auch das Zuhause und den Lebensmittelpunkt der Bewohner dar. Die Betroffenen sollten sich deshalb dort in jedem Fall wohlfühlen. Entscheidend für die Auswahl eines geeigneten Pflegeheims ist also nicht nur die medizinische Qualität in der Pflege, sonder auch der Umgang des Personals mit den Bewohnern, der Service und die gesamte Atmosphäre im Haus.

Eine erste Orientierungshilfe, um ein geeignetes Pflegeheim in der gewünschten Lage zu finden, stellt das Onlineportal Weiße Liste bereit. Die Webseite ist ein Projekt der Bertelsmann-Stiftung sowie von Patienten- und Verbraucherorganisationen und bietet Hilfe auf der Suche nach dem nächstgelegenen oder am besten geeignetsten Krankenhaus, Arzt oder Pflegeheim. Grundsätzlich reicht es aber nicht aus, sich mithilfe entsprechender Informationsmaterialien einen Überblick über die Kosten, den Pflegeschwerpunkt und das Serviceangebot des jeweiligen Heims zu machen. Auch die Einschätzung Dritter, zum Beispiel in Form von Onlinebewertungen, stellt immer nur eine subjektive Meinung dar. Angehörige, die gemeinsam mit einem Pflegebedürftigen auf der Suche nach einem Heimplatz sind, sollten das Heim immer selbst durch mehrere Besuche vor Ort unter die Lupe nehmen.

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