Barrierefreies Bad selbst umbauen

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Umbau eines Badezimmers zur Barrierefreiheit: Eigenleistung vs. Fachmann

Der Umbau eines Badezimmers zur Barrierefreiheit bietet sich nicht nur an, wenn ein konkreter Bedarf vorhanden ist, sondern auch dann, wenn ohnehin eine Badsanierung oder ein Komplettumbau geplant sind. In jedem Fall entstehen Kosten, die je nach gewünschter Ausstattung, Sanierungsumfang und Größe schnell im fünfstelligen Bereich liegen. An der Qualität der Sanitärobjekte zu sparen, macht gerade im barrierefreien Badezimmer keinen Sinn. Alternativ können eigene Arbeiten grundsätzlich auch als Eigenleistung durchgeführt werden. Allerdings ist das nicht immer sinnvoll und kann im schlimmsten Fall zu unangenehmen Mehrkosten führen.

Soll ein Bad komplett saniert und barrierefrei umgebaut werden, gib es viel zu tun. Nicht jeder Arbeitsschritt ist für die Eigenleistung geeignet © beugdesign, stock.adobe.com
Soll ein Bad komplett saniert und barrierefrei umgebaut werden, gib es viel zu tun. Nicht jeder Arbeitsschritt ist für die Eigenleistung geeignet © beugdesign, stock.adobe.com
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Welche Umbaumaßnahmen lassen sich im Eigenbau durchführen?

Pauschal gesagt können Sie alle Arbeiten, die nicht die Installationen im Bad oder die Statik betreffen, auch selbst durchführen. Gute Beispiele dafür sind die Montage von Wandspiegeln, Regalen oder einer Duschabtrennung, auch das Malern von Wänden und Decke kann der Laie meist leicht durchführen. Auf jeden Fall möglich ist es, die Entkernung des Badezimmers zu übernehmen. So können Sie in Eigenleistung die Sanitärobjekte abmontieren und die Fliesen von der Wand und vom Fußboden abschlagen.

Achtung:
Vorher alle Installationsanschlüsse stilllegen, sonst läuft ungehindert Wasser aus den Anschlüssen. Bei Bedarf kann hier ein Fachmann unterstützen.

Bei allen weiteren Arbeiten im Badezimmer sind Abwasser-, Elektro- oder Wasserinstallationen betroffen und es ist große Sorgfalt und Fachwissen erforderlich, damit die Sanitärobjekte störungsfrei und sicher genutzt werden können und es weder Probleme mit dem Abwasser noch mit der Wasserzufuhr gibt.

WC-Becken wechseln

Das Auswechseln eines Toilettenbeckens ist im Grunde nicht allzu schwierig und kann von handwerklich begabten Menschen mit sorgfältiger Arbeitsweise durchaus in Eigenleistung durchgeführt werden. Problematischer ist es, wenn ein bisheriges Stand-WC gegen ein wandhängendes oder gar ein höhenverstellbares WC ausgetauscht werden soll. Wird das Toilettenbecken an der Wand befestigt, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Die Wand muss stabil genug sein, um die Last des WCs samt Benutzer zu tragen.
  • Der Abfluss muss in die Wand führen.
Achtung:
Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, müssen sie geschaffen werden und das idealerweise vom Fachbetrieb.

Waschbecken austauschen

Der Austausch eines Waschbeckens, bzw. Waschtischs gegen eine unterfahrbare Variante ist dagegen auch vom Laien leicht zu bewerkstelligen. Auch hier gilt allerdings: Müssen die Anschlüsse, bzw. der Abfluss verlegt werden, um die Voraussetzung für Barrierefreiheit zu schaffen, ist der Fachmann gefragt.

Mit Sorgfalt und dem nötigen Wissen kann auch der Laie Badezimmerarmaturen austauschen © Cliff, stock.adobe.com
Mit Sorgfalt und dem nötigen Wissen kann auch der Laie Badezimmerarmaturen austauschen © Cliff, stock.adobe.com

Barrierefreie Armaturen einbauen

Armaturen austauschen kann fast jeder. Wichtig ist es dabei, die Grundsätze der Installation sowie die Abdichtung zu beachten. Kommt Strom ins Spiel – zum Beispiel bei berührungsfreien, sensorgesteuerten Armaturen – ist wiederum Vorsicht geboten, da die Stromleitungen sauber und korrekt vor Feuchtigkeit geschützt werden müssen.

Generell gilt: Aufputzarmaturen sind einfacher zu montieren als Unterputzarmaturen.

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Dusche statt Badewanne

Für körperlich eingeschränkte Personen ist die Benutzung einer Dusche in vielen Fällen einfacher als in die Badewanne zu steigen. Gerade in Altbaubädern sind häufig noch Wannen eingebaut, sollen diese ausgetauscht werden, gibt es verschiedene Varianten. Die beliebteste – und gleichzeitig am schwierigsten umzubauende – ist die bodengleiche Dusche. Da hier Eingriffe im Fußbodenaufbau vorgenommen werden müssen, der Abfluss neu verlegt wird und anspruchsvolle Abdichtungsarbeiten erforderlich sind, ist der Eigenumbau kaum möglich.

Anders sieht es aus, wenn die Badewanne zusätzlich als Dusche genutzt werden soll. Der Einbau einer Duschabtrennung oder auch das Anbringen eines Duschvorhangs ist technisch und handwerklich recht anspruchslos.

Halte- und Stützgriffe montieren

Zur Sicherheit der körperlich eingeschränkten Benutzer im Badezimmer eignen sich verschiedene Halte- und Stützgriffe, zum Beispiel neben der Toilette oder zum Einstieg in die Dusche oder Badewanne. Diese Elemente können generell leicht selbst montiert werden. Sie werden mit passenden Dübeln und Schrauben an der Wand befestigt. Wichtig ist hier allerdings die ausreichende Tragfähigkeit der Wände – und die kann wiederum meist nur ein Profi beurteilen.

Altes Badezimmer demontieren

Möchten Sie das vorhandene Badezimmer selbst entkernen und für den Neueinbau vornehmen, ist dies möglich und sinnvoll, allerdings sollten auch hier einige Punkte beachtet werden:

Absprache mit dem Unternehmen, das die barrierefreie Badsanierung durchführt, und zwar bereits VOR dem Abriss der alten Einrichtungen und Installationen.

  • Selbständiger Ausbau von Sanitäreinrichtungen wie Duschkabinen, Toilettenbecken und Waschbecken nur, wenn keine Abwasser- oder Wasserleitungen demontiert werden müssen (dann Absprache mit dem Sanitärfachmann!)
  • Entfernung von Bodenbelägen, Fliesen und Tapeten, wenn keine asbesthaltigen Materialien vorhanden sind.
Die Abrissarbeiten im alten Bad sind als vorbereitende Arbeiten gut in Eigenleistung möglich © Philip, stock.adobe.com
Die Abrissarbeiten im alten Bad sind als vorbereitende Arbeiten gut in Eigenleistung möglich © Philip, stock.adobe.com

Vorbereitende Arbeiten für den Profi

Nach dem Abriss können Sie auch verschiedene vorbereitende Arbeiten ausführen, bevor das Sanitärfachbetrieb losgeht. Dazu gehört zum Beispiel die Reinigung der Baustelle, die Grundierung von Oberflächen oder das Streichen von Wänden und Decken.

Achtung: Hier muss auf jeden Fall der Fachbetrieb ans Werk!

Bei einigen Arbeiten zur barrierefreien Badsanierung schreiben der Gesetzgeber oder auch der gesunde Menschenverstand den Einsatz eines Fachmanns vor. Das gilt für Installationsarbeiten und immer dann, wenn die Statik des Gebäudes betroffen sind. Auch dann, wenn es um Abdichtungsarbeiten geht, sollte der Profi ans Werk.

Bauliche Veränderungen

Immer dann, wenn bauliche Veränderungen erforderlich sind und diese dann auch noch in die Statik des Gebäudes eingreifen, ist der Fachmann gefragt. Das gilt zum Beispiel für:

  • Das Entfernen, Verändern oder Versetzen tragender Wände
  • Die Vergrößerung der Türbreite
  • Veränderungen an Geschossdecken zur Vorbereitung für eine bodengleiche Dusche
Wenn es um das Verlegen von Installationsleitungen geht, sollte der Fachbetrieb diese Arbeiten übernehmen © MATTHIAS BUEHNER, stock.adobe.com
Wenn es um das Verlegen von Installationsleitungen geht, sollte der Fachbetrieb diese Arbeiten übernehmen © MATTHIAS BUEHNER, stock.adobe.com

Abwasser-, Elektro- und Wasserinstallation

Bei allen Reparaturen und Veränderungen an der Abwasser-, Elektro- und Wasserinstallation heißt es: Finger weg. Um diese Arbeiten durchzuführen, ist Fachwissen erforderlich. Fehler sind meist dramatisch und können große Schäden anrichten. Umso wichtiger ist hier eine Gewährleistung durch den Handwerker und eine Fachunternehmererklärung für die Versicherung im Falle eines Schadens.

Ganz abgesehen davon fehlt dem Laien das erforderliche Wissen, um alle Installationsleitungen fachgerecht, entsprechend der gültigen Sicherheitsvorschriften und nach den anerkannten Regeln der Technik zu verlegen. Das beginnt zum Beispiel beim richtigen Durchmesser der Abwasserleitung und endet noch längst nicht beim fachgerechten Anschluss von Elektroleitungen und -anschlüssen in Feuchtbereichen.

Der Fachbetrieb stellt außerdem sicher, dass alle Leistungen gemäß der gültigen Normen und Vorschriften durchgeführt werden, das ist unter anderem wichtig, wenn für den Umbau zum barrierefreien Bad ein Förderantrag bei der KfW gestellt wurde.

Lohnt sich der Badumbau in Eigenleistung?

Bei der Antwort auf dieser Frage muss differenziert werden. Sicher gibt es verschiedene einfache Arbeiten, die der handwerklich begabte Laie im barrierefreien Bad durchaus selbst erledigen kann. Allerdings ist immer zu berücksichtigen, dass gerade dann, wenn Wasser und Strom im Spiel sind, große Schäden entstehen können. Wer selbst Hand im barrierefreien Bad anlegt, zahlt schlimmstenfalls doppelt drauf: Es gibt keine Handwerkergewährleistung, die die Verantwortung für einen Schaden und die entstehenden Kosten übernimmt. Häufig spielen auch die Versicherungen nicht mit und weigern sich, den Schaden zu decken, wenn der Nachweis der fachlichen und technischen Korrektheit der Arbeiten fehlt. Es sollte also wohlüberlegt sein, ob und wenn ja welche Arbeiten Sie selbst übernehmen, um Ihr Badezimmer barrierefrei umzubauen.

Barrierefreiheit im Bad kostet – mit kluger Planung lässt sich allerdings auch hier einiges sparen © Birute, stock.adobe.com
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