Altersgerechte Assistenzsysteme

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Ambient Assisted Living – Altersgerechte Assistenzsysteme

AAL – Ambient Assisted Living – Dieser Begriff umfasst eine Reihe von Produkten, Technologien und Dienstleistungen, die auch älteren und körperlich eingeschränkten Menschen die volle Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Auch wenn im Grunde bereits Sicherheitsgriffe oder der Treppenlift in diese Kategorie gehören, geht es beim AAL vorwiegend um smarte, technische Systeme, die den Alltag erleichtern und mehr Sicherheit bieten. Noch sind diese Systeme in den Anfängen, angesichts des demografischen Wandels unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung bereits seit mehr als 10 Jahren die Entwicklung von AALs.

Die technologische Weiterentwicklung im Bereich der Digitalisierung kommt zunehmend auch im Bereich der selbständigen Teilhabe am Leben für Senioren zum Einsatz © Goffkein, stock.adobe.com
Die technologische Weiterentwicklung im Bereich der Digitalisierung kommt zunehmend auch im Bereich der selbständigen Teilhabe am Leben für Senioren zum Einsatz © Goffkein, stock.adobe.com

Smarte Technik für Senioren

Das Ziel eines altersgerechten Assistenzsystems ist es, Menschen mit Einschränkungen selbstbestimmt und sicher ihren Alltag zu bewältigen und gleichzeitig schnell mit Angehörigen oder dem Pflegedienst in Kontakt zu treten, falls ein Notfall eintritt. In betreuten Wohnformen oder im Pflegeheim wird diese Form des Monitorings schon längst eingesetzt und hält nach und nach auch im eigenen Zuhause Einzug. Erleichtert wird der Einsatz der Assistenzsysteme durch die mittlerweile recht ausgereifte Smart Home Technik, die schon längst über die Haussteuerung und das Internet eine Vielzahl an Möglichkeiten bietet.

Ambient Assisted Living Systeme sind als modulare Komplettsysteme erhältlich, die nach Bedarf ausgebaut werden können oder auch als Einzellösungen, die sich zum Teil in eine vorhandene Hausautomation einbinden lassen.

Was kann ein AAL?

Altersgerechte Assistenzsysteme werden mittlerweile von verschiedenen Herstellern mit unterschiedlichem Leistungsumfang und verschiedensten Funktionen angeboten, zum Beispiel:

Sturzsensoren unter dem Bodenbelag

Sturzsensoren erkennen, wenn eine Person gefallen ist und informieren sofort Angehörige oder das Pflegepersonal © Racle Fotodesign, stock.adobe.com
Sturzsensoren erkennen, wenn eine Person gefallen ist und informieren sofort Angehörige oder das Pflegepersonal © Racle Fotodesign, stock.adobe.com

Sturzsensoren erkennen, wenn der Bewohner stürzt und lösen einen voreingestellten Alarm aus, durch den Angehörige oder der Pflegedienst schnell informiert werden. Dafür gibt es verschiedene Technologien:

  • Sturzsensormatten werden vollflächig unter dem Bodenbelag angebracht und sind mit Näherungssensoren bestückt. Ein Empfänger erkennt, wenn mehrere Sensoren gleichzeitig berührt werden, wie es bei einem Sturz, nicht aber beim darüber laufen der Fall ist und löst dann einen Alarm aus.
  • 3D-Sturzsensoren im Raum erfassen die Umrisse von Menschen und Gegenständen im Raum und erkennen Stürze, kombiniert mit einer Aufsteherkennung kann über dieses System auch automatisch das Licht eingeschaltet werden, wenn der Mensch sich nachts aufrichtet und aufsteht. So leistet das System zusätzlich zur Erkennung auch eine Sturzprävention.
  • Sensoren am Körper, zum Beispiel als Armband oder Pflaster, die automatisch registrieren, wenn die Person stürzt und einen Alarm auslösen. Bei Armbändern ist zum Teil zusätzlich eine Sprachverbindung zum Notfallkontakt möglich.

Rauchwarnmeldung per App

Rauchwarnmelder können vernetzt werden und Meldungen aufs Handy ausgeben © Andrey Popov, stock.adobe.com
Rauchwarnmelder können vernetzt werden und Meldungen aufs Handy ausgeben © Andrey Popov, stock.adobe.com

Rauchwarnmelder sind in jeder Wohnung Pflicht. Im Rahmen des AAL sind diese Warngeräte vernetzt und alarmieren per App Personen im Haus oder auch Angehörige und Pflegepersonal.

Bewegungssensoren und Präsenzmelder

Bewegungs- und Präsenzmelder lassen sich durch Fachpersonal nachträglich installieren © Framestock, stock.adobe.com
Bewegungs- und Präsenzmelder lassen sich durch Fachpersonal nachträglich installieren © Framestock, stock.adobe.com

Bewegungssensoren oder auch Sensoren in Sesseln oder in der Matratze erkennen Personen und melden über eine App den Status. So kann auch ein Alarm erfolgen, wenn über einen bestimmten Zeitraum keine Bewegung erfasst wird, weil der Bewohner zum Beispiel bewusstlos ist.

Briefkastenmeldung

Ein Sensor am Briefkasten macht Meldung, wenn die Post da war, überfüllte Briefkästen werden so vermieden © Andrey Popov, stock.adobe.com
Ein Sensor am Briefkasten macht Meldung, wenn die Post da war, überfüllte Briefkästen werden so vermieden © Andrey Popov, stock.adobe.com

Der vernetzte Briefkasten sendet – ebenfalls über Sensoren ein Signal, wenn Post eingeworfen wird. Auch hier kann gesteuert werden, an wen die Meldung herausgeht, zum Beispiel an den Bewohner oder auch Betreuungspersonen.

Herdabschaltung nach Verlassen des Hauses/ der Wohnung

Über ein Bedienteil, z.B. das Handy kann der Backofen und Herd gesteuert werden und beim Verlassen des Hauses automatisch ausgeschaltet werden © vizualni, stock.adobe.com
Über ein Bedienteil, z.B. das Handy kann der Backofen und Herd gesteuert werden und beim Verlassen des Hauses automatisch ausgeschaltet werden © vizualni, stock.adobe.com

Vernetzt mit der Haustür schalten sich der Herd oder auch andere Geräte im Haushalt automatisch ab, sobald der Bewohner das Haus oder die Wohnung verlässt.

Erinnerungssysteme, zum Beispiel für die Medikamenteneinnahme, Essen und Trinken

Automatischer Tablettenspender © GrafKoks, stock.adobe.com
Automatischer Tablettenspender © GrafKoks, stock.adobe.com

Ältere und vor allem demente Menschen vergessen häufig wichtige Dinge des Alltags, wie zum Beispiel das Essen und Trinken oder die rechtzeitige und regelmäßige Einnahme von Medikamenten. Erinnerungssysteme helfen hier weiter.

Damit für ältere oder demente Personen nicht nur die Teilhabe am Leben, sondern auch die Gesundheit so lange wie möglich erhalten bleibt, ist die regelmäßige Medikamenteneinnnahme ebenso wichtig wie Essen und Trinken. Durch Signale oder auch über Sprache erfolgen automatische, zeitprogrammierte Erinnerungen. Möglich ist auch die Nutzung elektrischer Tablettenspender, die über ein Ton- oder Lichtsignal an die Einnahme erinnern. Über eine SIM-Karte ist der Spender mit Pflegepersonal oder Angehörige verbunden und gibt Alarm, wenn eine Einnahme vergessen wird.

Sprach- und Gestensteuerung

Smart-Speaker können sowohl abspielen als auch Sprachbefehle annehmen © AntonioDiaz, atock.adobe.com
Smart-Speaker können sowohl abspielen als auch Sprachbefehle annehmen © AntonioDiaz, atock.adobe.com

Lassen Körperkraft und Koordination nach, erleichtert eine Sprach- und Gestensteuerung den Alltag und ermöglichen die Selbständigkeit. Bekannt ist dies bereits von berührungsfreien Armaturen oder Toilettenspülungen, die Steuerung kann auf viele weitere Geräte im Haus erweitert werden, wie zum Beispiel die Jalousiensteuerung oder die Bedienung von smarten Lautsprechern durch Sprachbefehle. Je nach Gerät sind weitere Funktionen integrierbar, zum Beispiel:

  • Telefonieren und das Hinterlassen von Sprachnachrichten
  • Öffnung der Haustür
  • Bedienung von Haushaltsgeräten wie Kaffeemaschine oder Fernseher

Voraussetzung für diese Nutzung ist natürlich immer eine Vernetzung von Gerät und Sprachsystem. Für die Gestensteuerung werden Sensoren installiert, die die Bewegungen erkennen und entsprechend reagieren.

Die Kosten für altersgestützte Assistenzsysteme hängen von Marke und Umfang ab. Empfehlenswert sind modulare Systeme, die individuell zusammengestellt und bei Bedarf ergänzt werden können.

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Was kosten die smarten Assistenzsysteme?

Die Kosten für altersgerechte Assistenzsysteme sind abhängig von Marke und Funktionsumfang. Der Einstieg ist für Einzelkomponenten bereits für um die 100 Euro möglich, soll ein umfangreiches System installiert werden, das möglichst viele Lebenssituationen abdeckt, können schnell bis zu 5.000 Euro zusammenkommen. Optimal ist die Wahl von modularen Systemen, die nach und nach ergänzt werden können. Liegt ein Pflegegrad vor, unterstützt die Pflegekasse die Finanzierung mit bis zu 4.000 Euro pro Bewohner (mit Pflegegrad).

Worauf ist bei der Auswahl eines AAL zu achten?

Altersgestützte Assistenzsysteme kommen zunehmend auf den Markt, die Funktionen werden immer mehr erweitert. Bei der Auswahl sollte darauf geachtet werden, dass der Funktionsumfang möglichst breit aufgestellt ist und idealerweise geplanter Smart Home Technik. Die Funktionen müssen auf die Art der Behinderung abgestimmt sein. So braucht ein Mensch mit Hör- oder Sehbeeinträchtigung andere Möglichkeiten als ein Mensch mit Demenz oder körperlicher Einschränkung, damit der Alltag nachhaltig erleichtert wird und die Selbständigkeit für lange Zeit vorhanden bleibt.

Ambient Assistent Living – Ein Ausblick

Ambient Assistent Living – Altersgerechte Assistenzsysteme – werden auch als Smart Home für Senioren bezeichnet. In Zusammenhang mit der zunehmenden Technisierung und Digitalisierung wird AAL zunehmend als Zukunftsmarkt betrachtet und wird in der stationären und ambulanten Pflege wie auch in privaten Haushalten auf Dauer Einzug halten und immer weiter ausgebaut. Es lohnt sich also bereits jetzt, bei Neubauten oder Sanierungen die Smart-Home-Technologie zu benutzen und auf Systeme zu setzen, die kompatibel und ausbaufähig sind.

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