Vorausschauend planen

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Barrierefreiheit: Vorausschauend planen und bauen

Egal, ob beim Kauf oder beim Bau der eigenen vier Wände, die Entscheidungen, die man im Zusammenhang mit dem eigenen Zuhause trifft, beeinflussen das Leben auf lange Sicht. Bei den meisten fällt dieser Entschluss in einem Lebensabschnitt, in dem der Einzelne noch keine körperlichen Einschränkungen besitzt und finanziell belastbar ist. Dass diese Begleitumstände auch noch im hohen Alter bestehen, ist allerdings eine Wunschvorstellung, die sich nicht für jeden erfüllt. Andere unvorhersehbare Ereignisse wie Unfälle oder Krankheiten können ebenfalls dazu führen, dass sich die Bedürfnisse an die Gestaltung und Ausstattung der Wohnung ändern.

Vorausschauend planen beim Hausbau © Marina Lohrbach, fotolia.com
Vorausschauend planen beim Hausbau © Marina Lohrbach, fotolia.com

Preis und Lage sind daher nur zwei Faktoren, die die Immobiliensuche beeinflussen sollten, genauso entscheidend sind die langfristige Nutzbarkeit und der damit verbundene Werterhalt einer Immobilie. Ausschlaggebend ist hier vor allem eine Gestaltung, die die Veränderungen der Leistungsfähigkeit im Laufe des Lebens berücksichtigt. Bei der Errichtung von Neubauten lässt sich dies durch eine vorausschauende Planung, die mögliche körperliche Einschränkungen miteinbezieht, umsetzen. Die Sanierung von bestehenden Gebäuden hingegen erfordert eine genaue Analyse des Bestandes dahin gehend, ob die Anforderungen des barrierefreien Bauens erfüllt sind oder sich ohne großen Aufwand umsetzen lassen.

Folgende Eigenschaften zeichnen eine vorausschauend geplante Immobilie aus:

  • flexibel, d. h. an die jeweiligen Lebensumstände ohne großen Kosten- und Zeitaufwand anpassbar
  • energieeffizient, damit der Bewohner von den Preisentwicklungen auf dem Energiemarkt möglichst unabhängig bleibt
  • komfortabel, d. h., sie muss für den Bewohner Wohnkomfort und damit Lebensqualität in jeder Lebensphase bieten
Wichtig: Im Hinblick auf die hohen Investitionskosten für eine eigene Immobilie und die Unvorhersehbarkeit der eigenen Lebensumstände in Zukunft ist eine vorausschauende Planung unverzichtbar.
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Lebenslanges Wohnen in der eigenen Immobilie

Man baut nur einmal im Leben, so heißt eine bekannte Lebensweisheit, die auch den Wunsch vieler Menschen nach dem lebenslangen Wohnen in einem einzigen Haus ausdrückt. Trotzdem erfordern es die Umstände manchmal, dass man das Wohnumfeld wechselt. Abgesehen von jobbedingten oder ähnlichen Umständen, trifft dies besonders zu, wenn sich die Ansprüche an die Wohnung ändern, diese aber nicht ohne Weiteres daran angepasst werden kann. Umzüge, die hieraus resultieren, sind für die Betroffenen sowohl eine finanzielle als auch psychische Belastung.

Um dies zu verhindern, gilt es schon bei der Planung oder auf der Suche nach einem geeigneten Zuhause eines zu berücksichtigen: Die Bedürfnisse eines Menschen an die eigenen vier Wände ändern sich im Lauf des Lebens. Nicht alle Merkmale, die eine Immobilie als dauerhaft und uneingeschränkt nutzbar in jeder Lebensphase charakterisieren, müssen dabei auf einmal umgesetzt, wohl aber bei der Planung bereist bedacht werden. So entstehen Räumlichkeiten, die sich später schrittweise an die individuellen Bedürfnisse anpassen lassen. Jede Renovierung oder Modernisierung sollte als Chance genutzt werden, die Anforderung des barrierefreien Bauens so weit wie möglich zu berücksichtigen.

Folgende Planungsgrundlagen ermöglichen eine dauerhafte und uneingeschränkte Nutzung der eigenen vier Wände:

  • Flexible Grundrisse
    Lange bestand eine konventionell geschnittene Wohnung aus einem Flur, der einzelne Räume erschließt, die wiederum alle einer speziellen Nutzung dienten. Flexibler in der Nutzung sind hingegen offene Raumzonen, in der beispielsweise Koch-, Wohn- und Essbereich in einem Raum untergebracht sind. Sie lassen sich nach Belieben möblieren und vermitteln ein großzügiges Raumgefühl. Die eigentliche Raumabteilung kann durch die Einrichtung oder Schiebewände erfolgen. Ist später doch eine räumliche Trennung gewünscht, lässt sich diese mit einer nicht tragenden Trockenbauwand ohne viel Aufwand herstellen. Diese kann bei Bedarf auch wieder ohne Schwierigkeiten entfernt werden. Hierbei muss schon bei der Planung darauf geachtet werden, dass die abtrennbaren Raumbereiche keine gefangenen Räume sind, sondern jedes angedachte Zimmer einen eigenen Zugang vom Haupterschließungsflur besitzt. Sowohl für Senioren als auch für Familien mit Kleinkindern bieten offene Raumzonen viel Bewegungsfreiheit.
  • Offene Raumzonen © slavun, fotolia.com
    Offene Raumzonen ermöglichen flexible Nutzung © slavun, fotolia.com

  • Umnutzbare Wohnräume durch gleichwertige Raumgrößen
    Eine alternative Grundrisslösung zu offenen Raumzonen ist die Anordnung möglichst gleichgroßer Räume. Mehrere mittelgroße Wohnräume ermögliche es, dass sich ein Zimmer beispielsweise zum Pflegezimmer umzugestalten lässt. Durch eine mittelgroße Raumgröße entsteht in jedem Zimmer genügend Platz vor den Möbeln, sodass diese auch mit dem Rollstuhl gut angefahren werden können. Ebenfalls gilt, dass Erker und Nischen zu vermeiden sind, da sie sich schlecht nutzen lassen und die Wohnfläche nur unnötig einschränken.
  • Leichte Umbaubarkeit der Wohnung
    Nicht jedem gefällt es, lebenslang in einer komplett barrierefrei gestalteten Wohnung zu leben. Sinnvoll ist es aber in jedem Fall, eine Immobilie so zu planen oder zu sanieren, dass sie im Zweifelsfall mit geringem Aufwand in diesen Zustand gebracht werden kann. Um die Raumeinteilung innerhalb einer Wohnung leicht umbaubar auszuführen, bietet sich vor allem die inzwischen weitverbreitete Trockenbauweise an. Im Unterschied zum konventionellen Mauerwerksbau fallen bei der Errichtung oder dem Rückbau von Trockenbauwänden wenig Schmutz, Staub und Bauschutt an. Zudem lässt sich eine solche Wand auch vom Laien mit etwas Übung schnell errichten. Sind die Trockenbauwände im Bad neben dem WC und im Duschbereich bereits an den entsprechenden Stellen in der Unterkonstruktion mit Verstärkungen versehen, lassen sich Haltegriffe und ein Sitz in der Dusche problemlos nachrüsten. Eine Alternative ist die Planung der Badwände in massiver Bauweise mit ausreichender Tragfähigkeit.

    Vorteilhaft ist es auch, beim Neubau oder Umbau der Elektroinstallation zusätzliche Leerrohre in den Wänden vorzusehen, die die Nachrüstung von unterstützender Technik, beispielsweise mit Komponenten eines Ambient-Assisted-Living-Systems, ermöglichen. Auf fest eingebaute Schränke und Möblierungen sollte ebenfalls verzichtet werden, da diese nicht in jedem Fall im hohen Lebensalter nutzbar sind und den Bewegungsraum zusätzlich einschränken.

  • Teilbarkeit in zwei Wohneinheiten bei Einfamilienhäusern
    Je nach Lebensphase benötigt man unterschiedlich viel Platz und Räumlichkeiten in seinem Zuhause. Ein bekanntes Beispiel sind von Familien mit Kindern bewohnte Einfamilienhäuser, in denen die Kinderzimmer in den Obergeschossen nach deren Auszug meist leer stehen. Sind die Grundrisse des Hauses so geplant, dass sich das Obergeschoss in eine separate Wohnung mit eigenem Zugang umbauen lässt, kann dieser Bereich später vermietet oder zur Unterbringung des Pflegepersonals genutzt werden. Voraussetzung ist, dass der Bebauungsplan des Wohngebietes mehrere Wohneinheiten pro Haus zulässt. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Betroffene nur so viel Raum hat, wie er benötigt. Hierdurch reduzieren sich der Energieverbrauch und der Aufwand für die Haushaltsführung.
  • Wohnen auf einer Ebene
    Für Menschen mit körperlichen Einschränkungen stellen Treppen innerhalb des Hauses mehr oder weniger große Hindernisse dar. Befinden sich alle Räume auf einer Ebene, wird diese Barriere von Anfang an ausgeschlossen. Der Idealtypus ist hier der eingeschossige Bungalow oder eine ebenerdige bzw. mit dem Aufzug erschließbare Wohnung auf einem Geschoss. Ungeeignet hingegen sind mehrgeschossige Einfamilienhäuser und Maisonettewohnungen. Nachteilig bei Bungalowhäusern ist der höhere Flächenverbrauch und die dadurch verursachten Einbußen bei der Grundstückgröße.
  • Grundriss Barrierefrei © Evelyn Wellmann, fotolia.com
    Wohnen auf einer Ebene im eingeschossigen Haus © Evelyn Wellmann, fotolia.com

  • Zentrale Lage
    Gerade ältere Menschen, die auf dem Land leben, bekommen die Auswirkungen einer schlechten Nahversorgung in strukturschwachen Regionen zu spüren. Im schlimmsten Fall sind die Einkaufsmöglichkeiten, der nächste Arzt oder eine Apotheke zu weit entfernt, um sie selbstständig zu erreichen. Wer solchen Schwierigkeiten im Alter vorbeugen will, sollte von vornherein auf die Lage der Immobilie achten. Zu bevorzugen sind innerstädtische Wohnlagen, da diese über eine gute Infrastruktur verfügen. Dabei sollte neben einer ausreichend Versorgung mit medizinischen Einrichtungen, Einzelhandelsgeschäften zur Nahversorgung und die Erreichbarkeit von öffentlichen Ämtern und Einrichtung, ein ausreichendes Angebot an Freizeit- und Erholungseinrichtung nicht außer Acht gelassen werden.
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