Arten von Barrieren

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Der Mensch stellt aufgrund seines Körperbaus, seiner Beweglichkeit und seiner Kraft bestimmte Anforderungen an die gebaute Umwelt. Spezielle Bedürfnisse an die bauliche Gestaltung haben Menschen, die körperlich oder geistig eingeschränkt sind. Aber auch, wer mit dem Kinderwagen oder sperrigem Gepäck unterwegs ist, dessen Bewegungsfreiheit ist begrenzt.

Barrierefreier Hauszugang © Robert Kneschke, fotolia.com
Barrierefreier Hauszugang ist ebenso wichtig wie Barrierefreiheit im Haus © Robert Kneschke, fotolia.com

Diese Nutzer müssen bei der Errichtung von Bauwerken und baulichen Anlagen daher besonders berücksichtigt werden, um ihnen die uneingeschränkte Teilhabe am Leben zu ermöglichen. Wer allerdings körperlich und geistig fit ist und aktiv am Leben teilnimmt, für den ist es auf den ersten Blick nicht immer ersichtlich, mit welchen Problemen die Betroffenen im Alltag kämpfen.

Um hierfür ein Verständnis zu entwickeln und somit die Grundlagen der barrierefreien Bauweise zu verstehen, ist es deshalb hilfreich, sich bewusst zu machen, auf welche Hindernisse die unterschiedlichen Nutzergruppen in ihrem Umfeld stoßen. Nur so können bauliche Barrieren bei der Planung und Errichtung von Gebäuden von Anfang an vermieden oder nachhaltig beseitigt werden.

Was ist eine Barriere?

Grundsätzlich bezeichnet das Wort Barriere ein Hindernis, das den Weg oder den Zugriff versperrt. Einige Barrieren wie Treppengeländer oder ähnliche Absturzsicherungen sind notwendig, da sie Unfälle vermeiden können, andere wie Schwellen und hohe Stufen sind für bestimmte Nutzergruppen schwer oder gar nicht zu überwinden. Was von welchem Nutzer als Hindernis empfunden wird, das hängt von den individuellen Fähigkeiten, aber auch der körperlichen oder geistigen Verfassung ab, die jeder Einzelne mitbringt. Nur eine barrierefrei gestaltete Umwelt berücksichtigt die Bedürfnisse aller Menschen. Dieser Anspruch auf Gleichberechtigung ist sowohl in den UN-Menschenrechtekonventionen als auch im deutschen Grundgesetz verankert. Alles, was den Einzelnen von einer gleichberechtigten Teilhabe ausschließt, verstößt gegen diesen Grundsatz.

Während es in einigen Lebensbereichen wie den Umgangsformen der Menschen untereinander nicht ganz einfach ist, Barrieren genau zu definieren, gelingt dies bei der Gestaltung der gebauten Umwelt konkreter. Hier stehen raumwirksame Barrieren im Vordergrund, also solche, die bei der Durchführung von Handlungen und Aktionen im Alltag für den Betroffenen als Hindernis spürbar sind. Barrieren können durch bauliche Gegebenheiten wie beispielsweise enge Durchgänge und Türen oder Wände und Stützen, die den Weg verstellen, bestehen. Auch Möbel und Ausstattungsobjekte, die Bewegungsräume verengen oder blockieren, können ein Hindernis sein. Weiterhin stellt es für den einzelnen Menschen eine Barriere dar, wenn er Dienstleistungen, Objekte und Gegenstände aufgrund ihrer Gestaltung nicht bedienen, nicht erkennen oder nicht nutzen kann.

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Einteilung von räumlichen Barrieren

Nicht die Behinderung an sich ist es, die viele körperlich behinderte Menschen einschränkt, sonder die real existierenden Barrieren in ihrem Umfeld. Gerade räumlichen Barrieren hindern Menschen daran, sich uneingeschränkt zu bewegen oder Handlungen auszuführen. Je nach körperlicher Verfassung des Nutzers und Art des Hindernisses unterscheidet es sich, ob eine Barriere einschränkend wirkt.

Ein Mensch, dessen Motorik zwar begrenzt ist, dessen Augen und Ohren aber einwandfrei funktionieren, kann sich in der Regel ausreichend orientieren, hat aber wenig Bewegungsfreiheit. Umgekehrt kann ein Hörgeschädigter sich zwar grundsätzlich uneingeschränkt bewegen, wird aber von vielen akustischen Informationen, wie beispielsweise Durchsagen auf einem Bahnsteig, nicht erreicht. Die höchsten Ansprüche an die gebaute Umwelt haben dabei Menschen, die vollständig blind, taub oder auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Am besten erklären sich die unterschiedlichen Barrierearten also aus ihrer Sicht.

Folgende Arten von Barrieren werden unterschieden:

  • Vertikale Barrieren
    Hierzu zählen alle Höhenunterschiede, die so groß sind, dass sie für einen Menschen, der im Rollstuhl sitzt, auf eine Gehhilfe angewiesen ist oder beispielsweise einen Kinderwagen schiebt, schwer oder gar nicht überwindbar sind. Typische vertikale Barrieren sind hohe Stufen, Bordsteinkanten, Türschwellen und Duschwannenränder.
  • Stufen als Barriere © Gina Sanders, fotolia.com
    Stufen als Barriere © Gina Sanders, fotolia.com

  • Horizontale Barrieren
    Der Begriff horizontale Barrieren umfasst alle baulichen Gegebenheiten, die das Durchkommen erschweren oder unmöglich machen. Ein klassisches Beispiel sind enge Türrahmen, die zu schmal sind, um mit einem Rollstuhl oder einer Gehhilfe passiert zu werden. Im Zweifelsfall muss das Türblatt entfernt oder die Türöffnung als Ganzes verbreitert werden.
  • Zu enge Durchgangsbreite für Rollstuhl © Nagels Blickwinkel, fotolia
    Zu enge Durchgangsbreite für Rollstuhl © Nagels Blickwinkel, fotolia

  • Räumliche Barrieren
    Hiermit sind Räume und Bewegungsflächen z. B. vor Waschtischen gemeint, die für einen Rollstuhlfahrer zu eng sind, um sich ohne fremde Hilfe zu drehen und damit die Richtung zu wechseln. Auch aufgestellte Möbel und in den Raum hineinragende Ein- und Anbauten schränken den Bewegungsraum ein.
  • Ergonomische Barrieren
    Durch nachlassende Muskelkraft und eine sich verschlechternde Feinmotorik sind besonders alte Menschen auf Haltegriffe angewiesen, um Bewegungen sicher auszuführen. Auch zusätzliche Sitzgelegenheiten, die das Einlegen von Ruhepausen auf langen, beschwerlichen Wegen ermöglichen, sind für sie oft notwendig. Zu den ergonomischen Barrieren zählen deshalb fehlende Handläufe, nicht vorhandene Haltegriffe in der Dusche und im WC-Bereich und fehlende Sitzgelegenheiten auf langen oder anstrengenden Strecken.
  • Anthropometrische Barrieren
    Anthropometrische Barrieren treten immer dann auf, wenn Bedienelemente und Objekte durch körperliche Beeinträchtigungen nicht erreicht werden können. Hierzu zählen Griffe, Schalter und Armaturen aber auch Schubladen und Schrankfächer. Auch eine hohe, massive Brüstung, über die eine im Rollstuhl sitzende Person nicht hinweg gucken kann, stellt für den Betroffenen eine solche Barriere dar.
  • Zu hoher Türgriff als Barriere © Gerhard Seybert, fotolia.com
    Zu hoher Türgriff als Barriere © Gerhard Seybert, fotolia.com

  • Sensorische Barrieren
    Ist der Hör-, Seh- oder Tastsinn beeinträchtigt, wird die Orientierung für den Betroffenen erschwert. Zu den sensorischen Barrieren zählen deshalb schlechtes Licht, eine kontrastarme Gestaltung, fehlende optische Hinweise für Hörgeschädigte und Schilder mit zu kleinen Buchstaben, die mit einem eingeschränkten Sehvermögen nicht lesbar sind.

Gefahren von Barrieren

Die Beseitigung von Hindernissen und die konsequente barrierefreie Gestaltung dienen nicht nur einer selbstständigen und komfortablen Lebensweise, sie tragen auch zur Sicherheit aller Menschen bei. Denn gerade der Versuch eine Barriere trotz körperlicher Einschränkungen zu bewältigen oder zu überwinden, kann zu Unfällen und Stürzen führen. Klassische Beispiele hierzu sind das Ausrutschen in der Badewanne, ohne dass der Sturz durch einen Haltegriff abgefangen werden kann, oder das Stürzen von einer Trittleiter bei dem Versuch, ein höher gelegenes Schrankfach zu erreichen. Andere Gefahrenquellen sind alle Formen von Schwellen und Stufen, da sie zum Stolpern führen können, aber auch fehlende visuelle oder akustische Warnsignale gefährden die Sicherheit.

Besonders dramatisch sind Unfälle und Stürze, die passieren, ohne dass sofort durch eine weitere Person Hilfe geleistet oder gerufen werden kann. Gerade alte Menschen, die alleine in einer Wohnung leben, sind hiervon betroffen, denn im hohen Lebensalter häufen sich solche Vorfälle in den eigenen vier Wänden. Dies ist vor allem auf ein vermindertes Reaktionsvermögen, ein schlechtes Sehvermögen und andere körperliche Beeinträchtigungen zurückzuführen. Wichtige Gegenmaßnahmen, um das Unfallrisiko im eigenen Zuhause zu reduzieren, sind vor allem eine ausreichende Beleuchtung und Haltegriffe überall dort, wo kraftaufwendige Bewegungen ausgeführt werden. An erster Stelle steht allerdings die Beseitigung der vorhandenen Gefahrenquellen in der Wohnung des Betroffenen.

Zu den Gefahrenquellen innerhalb der Wohnungen zählen:

  • Stolperfallen, wie Türschwellen und Stufen, aber auch Teppichkanten
  • nicht oder schlecht erreichbare Schalter, Griffe und Stauräume
  • Bodenbeläge, die bei Nässe oder mit dem falschen Schuhwerk zum Ausrutschen führen
  • schlechte Licht- und Luftverhältnisse
  • zugestellte Zimmer mit einer instabilen Möblierung
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